Wenn es nicht regenet und trotzdem tropft

(Dank funktionierendem Highspeed-Internet ein paar Fotos. Leider ist mir eine Speicherkarte „kaputt“ gegangen, so dass ein paar Fotos von zwischendurch fehlen.)

Der Wecker schellte bereits um 3.45 Uhr frueh. Also zog ich mich an, packte die letzten Sachen und verliess das Zimmer. Leider bekam ich im Zimmer nicht mit, dass es draussen heftigst regnete. Auskostengruenden lag das Zimmer innen, ohne ein Fenster. So wurde mir zum ersten mal gezeigt, dass wir hier eigenltich in der Regen- bzw. Monsunzeit sind. Nach kurzer Bedenkzeit habe ich mich wieder hingelegt. Letztlich sollte es den ganzen Tag regnen und ich machte mich Mittags dennoch auf, um den Zug in Richtung Kambodscha zu nehmen.

Obwohl es die letzten Tage nicht geregnet hat, kamen dennoch Tropfen vom Himmel. Der Energieverbrauch fuer Klimaanlagen muss hier wirklich gewaltig sein. Nach draussen haengen dann die Schlaeuche und Ventilatoren, von denen es immer wieder tropft …

Der Zug sollte eigentlich gute 5 Stunden brauchen, ca. 6 Stunden spaeter waren wir nahe der Grenze. Unterwegs habe ich mich mit meiner Sitznachbarin unterhalten, die auf der Rueckreise nach Vietnam ist. Trinh (gesprochen Chin) ueberquerte ebenfalls zum ersten Mal die Grenze auf diesem Weg und da es bereits dunkel war schlossen wir uns kurzerhand zusammen. Mit einem Tuk Tuk ging es bis zur Grenze, wo ich direkt von Schleppern abgefangen wurde. Im Reisefuehrer standen ihre Praktiken im Bezug auf Bustouren etc., aber nicht, dass diese Leute auch Visas ausstellen duerfen. So zahlte ich fast den doppelten Preis fuers Visa, als eigentlich ueblich. Anschliessend ging es recht flott zu fuss weiter, bis alle Grenzformalitaeten erledigt waren.

Kambodscha oder zumindest die Grenzstadt, wo ich die Nacht verbrachte, machte einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck. Einzig im Niemandsland zwischen Thailand und Kambodscha ragen mehrere Spielhallen empor, die mit ihren hunderten blingender Lichter werben. Die Gestalten drumherum sahen im diffusen Licht jedoch nicht sonderlich verdrauenerweckend aus.

Aktuell bin ich in Siem Reap, von dem es es nur ca. 6 km bis zum beruehmten Angkor Wat sind. Hier pulsiert das Leben und die Stadt gehoert zu den reichsten Kambodschas, das zu den aermsten Laendern der Welt gehoert. Ueberall sind die aus aller Welt kommenden Touris untergebracht. Dabei kann man fuer seine Unterkunft zwischen 3$ und 250$ pro Nacht ausgeben. Die Geschaefte und besonders Restaurantes und Bars sind nach westlichem Standard erbaut. Dementsprechend hoch sind auch die Preise. Daeben gibt es aber auch zahlreiche lokale Garkuechen mit einheimischer Kost und fuer weniger Geld.

Mittelerweile habe ich mir auch die Tempelanlaegn angesehen und finde sie schon sehr beeindruckend. Die Hauptattraktionen sind auch jetzt in der Nebensaison teilweise mit Touristen ueberlaufen. Abseits gibt es jedoch viele schoene Tempelanlagen zu entdecken.

Bei bestem Wetter voellig verschwitzt vor dem ersten Tempel.

Der Eintritt hat mich fuer drei Tage 40$ gekostet. Zusaetzlich muss man fuer die Anfahrt und Fahrten drumherum nocheinmal ca. 13$ pro Tag rechnen. Mein Guesthouse bietet jedoch auch Fahrraeder an, so dass ich diese Moeglichkeit der Fortbewegung nicht auslassen wollte.

Tempel mitten im Jungel.

Nach 6km kommt das Eingangstor zu den Tempelanlagen und weiter ca. 2km kommen die ersten Tempel. Auf zwei unterschiedlich langen Rundkursen kann man die Tempel der Reihe nach abfahren oder laufen. Die laengste Runde ist ca. 27km lang, so dass ich mich fuer die kurze, ca. 12km lange Tour mit dem Rad entschied.

Auch in den Tempeln, die erst spaeter von den Buddhisten benutzt wurden, finden sich Schreine.

Die Tempel waren wohl nie wirklich vermient worden, so dass hier keine mehr zu erwarten sind. Die Anlagen koennen auch alle alleine besichtigt werden, worin immer noch ein Problem besteht, weil immer wieder Gegenstaende entwendet und zerstoert werden. Anfangs setzten Kriege den Tempeln zu, dann war es die Natur und abschliessend waren und sind es wieder die Menschen, die ihnen schaden.

Eingebrochene Decke.

Krieger und Taenzein

Krieger im Vordergrund, Taenzerin im Hintergrund.

Bevor ich mich, wenn sich die Information nicht noch aendert,  in Richtung Hauptstadt begebe, um mir schon einmal das Visum fuer Laos zu besorgen, besichtige weitere Tempelanlagen in der Umgebung. Danach moechte ich in die Waelder Nordkambodschas.

Soweit, viele Gruesse aus dem trockenen Siem Reap. Die Tropfen, die hier von oben kommen, sind meine Schweisstropfen, egal ob beim Fahrradfahren oder Herumsitzen …

See you
Florian

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Feldarbeit: Vorbereitungen fuer den Reisanbau.

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Etwa aus dem 10. Jahrhundert stammen die aeltesten Anlagen.

Etwa aus dem 10. Jahrhundert stammen die aeltesten Anlagen.

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Arbeiter beim Mittagsschlaf.

Die Natur versucht die Tempel zu erobern, wird mittelerweile aber konsequent zurueckgedraengt.

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Moench, der innerhalb des Archeologischen Parks in einem Kloster lebt.

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Tempelanlage Bayon, mit meterhohen aus Stein gemeisselten Gesichtern.

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Das weltberuehmte Angkor Wat!

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