„Please Arrive Alive“ (Schild im Qutback)

Manche Zeltplätze lassen sich etwas einfallen …

Auf der Straße

Über weite Strecken führt die Straße nur geradeaus. Links und rechts stehen knorrige Bäume auf roter Erde. Nach wenigen Minuten kommt es mir so vor als würde eine Fototapete an uns vorbei ziehen. Da kann es auf makabre Weise schon interessant werden die Kängurukadaver auf und an der Straße zu zählen. In sämtlicher Literatur und unseren Hinweisen zum Camper wird ausdrücklich vor Nachtfahrten gewarnt. Ein Bekannter von mir wurde bei 30km/h sogar von einem Känguru überholt, als sich dieses dann vor seinen Wagen warf. Ich kann nur vermuten, dass die Kängurus entweder selbstmordgefährdet sind oder unter Drogen stehen.

Wir fuhren bisher nur tagsüber und sahen bisher keine Kängurus; überhaupt wenige Tiere. Es gibt jedoch immer wieder Gebiete, in denen die Feuerwehr Buschfeuer legt und kontrolliert abbrennen lässt. Alles als Vorsorgemaßnahme vor der großen Trockenheit ab Ende August / Anfang September.

Für mich sehr staunenswert bei dem eher wenigen Verkehr von Nord nach Süd und umgekehrt sind die langen Roadtrains, also bis zu 50m lange Trucks mit ihren Anhängern.

Roadtrain

Drei – Cutta Cutta, Bitter Waters & Teufelsmurmeln

Abseits der Straße kamen wir an drei sehenswerten Stellen vorbei. Zunächst besuchten wir nach der Stadt Katherine die Cutta Cutta Höhlen. Cutta bedeutet bei den in diesem Gebiet lebenden Aborigines viele Sterne. Cutta Cutta steht also für ganz viele Sterne. Beim Betreten der Höhle funktionierte die Beleuchtung nicht. Unsere Führerin versuchte fast verzweifelt die Lichter über eine Fernbedienung anzuschalten, bis es dann am Hauptschalter endlich ging. Erst danach eröffnete sich für uns, woher die Höhle ihren Namen hat. An einzelnen Felsformationen haben sich Kristalle gebildet, die bei Beleuchtung wie Sterne strahlen.

Eingang zur Höhle.

Der Eingang der Cutta Cutta Höhle liegt versteckt und es gibt keine Anzeichen, dass Aborigines vor den Europäern in der Höhle gewesen sind. Sie ist etwa 400 m lang und besteht aus mehreren größeren Hallen, die über enge Verbindungsgänge verbunden sind. Wir konnten nur etwa 200 m tief in die Höhle gehen, weil danach  das Gelände schwieriger zu begehen wird und sich viele Tiere (Schlangen, mehrere Fledermausarten, Frösche etc.) in den hinteren Teil zurückgezogen haben.

Das Gesicht soll den Finder der Höhle zeigen; manche sehen darin aber auch Mr Burns von den Simpsons …

Wir haben den Garten Eden gefunden! Auf dem 500 m langen Weg dorthin flüchtete in letzter Sekunde eine ca. 1,5 m lange braune Schlange in das Unterholz. Dann öffnete sich der Wald ein kleines bisschen und vor uns floss ein kleiner Fluss, in dem Menschen badeten. Der Reiseführer gibt an, dass das Wasser badewannenwarm sein soll. Nach dem Sprung ins Wasser kann ich das nur bestätigen (Wassertemperatur zwischen 30 und 35°C). Es ist der absolute Wahnsinn sich inmitten tropischer Vegetation von einer leichten Strömung den kleinen Fluss hinabtreiben zu lassen. Neben den Stimmen der Vögel waren am Ufer Spinnen und ein Waran zu entdecken. Der Fluss wird Bitter Waters genannt, weil das Wasser etwas bitter schmeckt. Auffälliger war mir dagegen, dass die Luft am Wasser, obwohl dieses kristallklar ist, einen leicht moderigen Geruch hat.

Das australische Land, so wie wir es kennen, wurde von der Regenbogenschlange so gestaltet. Sie zog durchs Land und hat mit ihren schlängelnden Bewegungen Schluchten, Täler und Flüsse erschaffen, so dass sich Menschen dort aufhalten konnten. Überbleibsel sind auch ihre Eier, die von den Weißen aufgrund ihrer Farbe jedoch Teufelsmurmeln genannt werden. Passend zur Geschichte der Aborigines schlängelte uns auf dem Weg dorthin eine Schlange über die Straße.

Dingo auf dem Parkplatz.

Viele Grüße nach Deutschland
Florian

Das nächste Ziel haben wir beim veröffentlichen dieses Beitrags bereits vor Augen. Coming soon!

Der Uluru!

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