Fahrradnavigation mit einem Tablet – die Hardware *Updated 01/14*

In den letzten Jahren, in denen ich unterschiedlichste Reiseradtouren unternommen habe, fragte ich mich immer wieder, ob ein Fahrradnavigationsgerät eine lohnende Anschaffung wäre. Bei genauerer Betrachtung stellte ich schnell fest, dass mich vor allem Geräte von Garmin ansprachen. Sie versprechen eine robuste und wasserdichte Hardware, einen großen Funktionsumfang und nicht zuletzt eine intelligente, also „fahrradfreundliche“, Navigation, womit ich z. B. die Vermeidung von Hauptstraßen beim Routing verstehe.

Im Laufe der Zeit lieh ich mir passende Geräte und probierte sie aus. Letztlich hielten mich einige Dinge vom Kauf ab. Meine drei Hauptpunkte gegen ein reines Fahrradnavigationsgerät sind …
– der zu hohe Preis, dafür, dass ich das Gerät nur fürs Fahrradfahren benutze,
– die schlechte Bedienung; auf der einen Seite der Menüs, die ich häufig sehr unübersichtlich fand, und auf der anderen Seite des Displays, das je nach Gerät in Sachen Bedienung und Auflösung weit hinter älteren Handys liegt, und
– die teuren Karten, die häufig hinzugekauft werden müssen.

Während ich mit meinen Fahrradkarten Strecken nachfuhr und unterwegs damit hantierte, radelten Fahrer an mir vorbei, die ihr Handy als Navigationsgerät nutzten. Ein berührungsempfindliches Handy kam für mich aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage, aber ein Tablet besaß ich bereits. So kam ich auf die Idee dieses als Navigationsgerät zu benutzen. Ein im wahrsten Sinne des Wortes großer Vorteil schien mir das große Display zum Ablesen der Strecke zu sein. Alle folgenden Angaben sind wohl auch für Handys gültig, die mit Android laufen.
Zu betonen ist noch, dass ich ein Navigationsgerät für mein Trekking- bzw. Reiserad suchte und nicht fürs Rennrad oder Mountainbike.

Alle Informationen wurden von mir nach besten Wissen und Gewissen zusammengetragen.
Dennoch übernehme ich keine Haftung / Verantwortung für die genannten Geräte, Programme, Eigenkonstruktionen etc.

Als Tablet benutze ich das „Sony Xperia Tablet Z„, das über einen GPS-Empfänger verfügt, 10 Zoll groß, bedingt wasserfest und staubgeschützt (laut Hersteller nach IP55/IP57), dünn und leicht ist. Im Alltag benutze ich es vor allem für e-Mails und zum Lesen. Mit seinen Abmessungen passt es quer so gerade eben in die Lenkerhülle von Ortlieb. Allerdings ist die Hülle dann nicht mehr mit dem Klettband zu verschießen. Längs passt es locker hinein, allerdings ist dann nach oben und zur Seite etwas Platz. Ein kleineres Tablet könnte wohl ohne Probleme quer in die Lenkertasche und diese wäre dann auch wieder zu verschließen.
Die größte Gefahr für das Tablet ist das Heraus- bzw. Herunterfallen. Bei meiner bisher „besten“ und praktikabelsten Lösung liegt das Tablet quer in der Schutzhülle und diese wird mit Haushaltsgummis an den vorhandenen Laschen fixiert. Bei Unebenheiten ist die Schutzhülle flexibel, hält das Tablet aber auch fest an der Tasche. Es könnten nun die Gummis reißen oder sich die Schutzhülle von der Tasche lösen. Bisher ist nichts dergleichen passiert und ich halte die Lösung zwar nicht für optimal, aber tauglich. Vielleicht gibt es oder hat jmd. eine bessere Idee. Keine Lösung für mich sind bisher sogenannte Universalhalterungen, die es auch für das Fahrrad gibt. Die von mir gesehenen machten keinen wertigen Eindruck und das Tablet erschien mir sehr ungeschützt (halten die Klammern bei Rucklern?).

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Meine unprofessionelle, aber bisher tauglichste, Konstruktion zur Sicherung des Tablets.


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In der Praxis, ich verwende das Tablet seit Juni 2013, schlug sich mein Tablet gut. Das Display ist groß, die Navigationsansagen sind sehr verständlich und Ruckler und dergleichen haben bisher keinen negativen Einfluss gehabt. Aber: Das Display und die Schutzhülle von Ortlieb spiegeln leider ungemein. Ein anderer Sichtwinkel ist nicht ohne weiteres einzustellen, so dass nur eine entspiegelte Displayfolie Abhilfe schaffen könnte.
Update: Nun habe ich eine entspiegelte Displayschutzfolie ausprobiert und bin davon sehr enttäuscht. Für den Alltagsgebrauch im Freien ist so eine Folie gut, für die Lesbarkeit während einer Fahrradtour hat sie bei mir keine Verbesserung gebracht. Damit bleibt die Hoffnung, dass es in Zukunft mehr Tablets mit mattem und entspiegeltem Display gibt.
Die zweite große Schwachstelle ist der Akku. Dieser hält locker 5-6 Stunden. Muss nach einer Radtour aber wieder aufgeladen werden. Eine Möglichkeit die Akkulaufzeit zu verlängern ist das Ausschalten des Bildschirmes während der Navigation. Bei meinem Programm läuft die Navigation im Hintergrund weiter und auch die Ansagen werden gemacht. Auf diese Weise konnte ich auf übersichtlichen Strecken ohne Probleme fahren. An kritischen Punkten, z. B. in Städten, stellte ich mit einem Tastendruck das Display so lange an, bis der Verlauf wieder übersichtlicher war.

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Aufsicht: Schutzhülle und Tablet spiegeln bei Sonnenschein und das Display ist bei einem ungünstigen Winkel kaum oder gar nicht mehr zu lesen.

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Mit einer entspiegelten Displayschutzfolie wurde die Lesbarkeit der Strecke nicht besser. Und ja, das Tablet auf dem Foto ist an und zeigt eine Karte.

Update: Sicherung des Tablets
Die Gummikonstruktion war gut, aber irgendwann riss dann doch ein Band und ich suchte nach einer besseren Möglichkeit. Aufgefallen ist mir, dass an der Folie noch Platz für ein weiteres Klettband war. Selbstklebendes Klettband bekommt man z. B. im Baumarkt und ist super schnell angebracht. Nun fahre ich mit dieser „neuen“ Sicherungsmöglichkeit und bin damit sehr zufrieden.

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Unter dem schwarzen originalen Klettband ist noch genut Platz, um ein weiteres anzubringen.

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Das Gegenstück des Klettbandes passt genau auf den Boden der Taschenfolie.

Update: Navigation mit einem Handy
Seit wenigen Wochen habe ich die Möglichkeit mit einem Handy zu navigieren. Ich verwende ein htc desire S, das ebenfalls mit Android läuft, und verwende die „yayago X-Style“ Fahrradhalterung. Darin „sitzt“ das Handy sehr sicher und droht nicht herauszufallen. Andere von mir getestete Halterungen hielten nicht so gut oder passten aufgrund des größeren Lenkerdurchmessers nicht. Natürlich kann die Halterung auch am Reiserad angebracht werden.
Negativ fiel mir bisher jedoch auf, dass das Handy einen sehr schwachen Akku hat. Ich habe alle Funktionen, so fern möglich, deaktiviert und komme dennoch nur auf ca. 2,5 Stunden Navigation mit eingeschaltetem Bildschirm.

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Sicherer Halt mit der „yayago X-Style“ Fahrradhalterung.

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In dieser Position ist das Ablesen des Bildschirms auch bei Sonnenschein kein Problem. Die Fahrradhalterung hat ein Kugelgelenk, so dass das Handy sehr variabel verstellt werden kann.

Demnächst erscheint:
Fahrradnavigationmit einem Tablet – die Hardware
Fahrradnavigation mit einem Tablet – die Software
Fahrradnavigation mit einem Tablet – mein Fazit

So long
Florian

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Ein Gedanke zu “Fahrradnavigation mit einem Tablet – die Hardware *Updated 01/14*

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