Das Warten hat ein Ende

Endlich ist der Cardreader samt Speicherkarte sicher bei mir angekommen. In den nächsten zwei Wochen sollten die restlichen Bilder und ein kleiner Bericht unter der Rubrik Exkursionen erscheinen.

Aus aktuellem Anlass noch zwei Links zur Spiegel Online Seite, auf der es einmal um den „lustigen“ Friedhof in Sapanta geht, auf dem ich auch war, und andererseits das Leben von Müllkindern in Rumänien beleuchtet. Wie lange die Verlinkungen aktiv bleiben weiß ich leider nicht.

Lustiger Friedhof Sapanta

Müllkinder in Rumänien

Noch zwei Fotos vom lustigen Friedhof in Sapanta.

Lustiger Friedhof in Sapanta

Bis denn
Florian

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Es geht wieder aufwärts!

Auwei, nach meinem Erholungstag bin ich von Komarom durch bis nach Wien gefahren; 180km !!! Die Strecke in der Slowakei ist besonders flach und lässt sich sehr gut befahren. Bratislava, Hauptstadt der Slowakei, ließ ich rechts liegen und fuhr geradewegs über die offene Grenze nach Österreich. Eigentlich hoffte ich noch am gleichen Abend mit dem Zug in Richtung Deutschland zu kommen. Die Heimreise musste ich dann jedoch auf den nächsten Morgen verschieben, so dass ich die Kneipen und Bars von Wien etwas studieren konnte.

Blick auf Bratislava

Inzwischen habe ich auch eine Mail aus Budapest erhalten, nach der mein Kartenleser und die Fotokarte gefunden/abgegeben wurden und mir in den nächsten Tagen zugeschickt wird; juhuuu! Kommen die Fotos bei mir an, werde ich sogleich meinen Bericht unter der Kategorie „Exkursionen“ ergänzen.

Bis denn
Florian

Ausdehnende Sonnenblumenfelder in Rumänien.

Den Letzten beissen die Hunde

Gestern hingen dunkle Wolken ueber mir …

Abends hatte ich meinen Cardreader im PC vom Hostel gelassen und am naechsten Morgen war dieser und mit ihm viele meiner Fotos verschwunden. Shit happens! Die Angestelten dort wollen noch mal schauen, ob er wieder auftaucht … Fotos gibt es deshalb leider keine mehr.

Nach einem Drittel meiner Tagesetappe rann ploetzlich etwas grosses weisses in mein Vorderrad. Es handelte sich doch tatsaechlich um einen Hund, der bei meinem Strurz unterm Fahrrad begraben wurde. Prellungen und Abschuerfungen waren bei mir die Folge. Der Hund indessen stand recht schnell wieder auf und schien durch sein dickes weisses Fell, das ueberall am Vorderrad und Lenker hing, gut geschuetzt. Vom Halter fehlte zuerst jede Spur, bis ein kleiner Ungar aus den Bueschen kam und sich mit Gesten bei mir zu entschuldigen versuchte.

Am Abend versuchte ich mir in einem Supermarkt mal eben etwas zu kaufen. Beim Durchlaufen der Schranke piepte es und es kamen gleich zwei Sicherheitsleute angelaufen und untersuchten mich von Kopf bis Fuss. Nach fast 30 Minuten stand fest, dass meine Hose aus irgendeinem Grund den Alarm ausloeste.

Es sind noch mehr Dinge passiert, aber bei diesen drei Geschichten will ich es belassen, denn:
– die Sonne scheint und die Temperaturen sind super,
– dem Campingplatz, auf dem ich einen Ruhetag/Heilungstag verbringe, ist ein Thermalbad angeschlossen,
– koerperlich bin ich fitt, so dass ich morgen die restlichen ca. 200km nach Wien in Angriff nehme,
– das Fahrrad haelt und laeuft bis jetzt sehr gut, auch nach dem Sturz.

Naja, insgesamt bin ich gestern von Budapest aus noch 130km mit dem Rad gefahren. Dabei benutzte ich vor allem die slowakische Seite der Donau, die mir besonders gut gefiel.

Viele Gruesse nach Deutschland
Florian

„Schwarze Fahnen auf der Stadt, alle Ratten fett und satt.“ (Rammstein)

So, letztes Update bevor die Reise dem Ende entgegen geht.
Die mueden Muskeln haben sich weitestgehend erholt und Budapest wurde genuegend erkundet. Im Vierjahreszeiten Hotel uebernachten wohl so einige Formel 1 Fahrer, denn die Menschentraube davor laesst nichts anderes vermuten.
Im Anhang noch ein paar letzte Eindruecke …

Burg in Buda

Vier Jahreszeiten Hotel

Wien steht als letztes Ziel fest. Sollte die Achillessehne sich entzuendet haben, werde ich den Rest der Strecke mit dem Zug zuruecklegen …

Parlament und der weitere Verlauf der Donau im Hintergrund

Bis denn
Flo

Mein sportliches Pensum

1. Tag: Flughafen Bukarest – Snagov 30km
2. Tag: Snagov – Targoviste 117km
3. Tag: Targoviste – Bran 140km
4. Tag: Ruhetag
5. Tag: Bran – Brasov 34km
6. Tag: Brasov – Sighisoara 121km
7. 8. 9. Tag: Ruhetage
10. Tag: Sighisoara – Bistrita 154km (immer wieder Regenschauer)
11. Tag: Bistrita – Viseu de Sus 97km (Dauerregen)
12. Tag: Viseu de Sus – Sapanta 84km (Dauerregen)
13. Tag: Sapanta – Satu Mare 93km (Dauerregen)
14. Tag: Satu Mare – Debrecen (Ungarn) 114km (Dauerregen)
15. Tag: Debrecen – Budapest mit dem Zug
16. Tag: Ruhetag
… und dann mal schauen; 984km sind in den zwei Wochen bereits zusammengekommen.

Regen - Regen - Regen, baeh!

Nun, nach fast fuenf Tagen Dauerregen hatte ich einfach keine Lust mehr zu fahren. In Budapest ist das Wetter wieder gut und der Fahrradreise in Richtung Wien steht uebermorgen nichts im Wege …

Gruss
Flo

„Sammy, der Zug kommt!“

Ach ja, war das Mittelalterfest schoen. An meinem Abreisetag um 5 Uhr kamen denn auch meine jungen englischen Nachbarn vom Fest wieder. Sammy hatte sich kurz vorher in den Pool uebergeben und ich dachte die Jungs seinen deshalb so laut und muessten den Platz raeumen. In Wirklichkeit kam jedoch deren Zug eine Stunde spater und Sammy sah darin keinen Grund seine Sachen zu packen. Irgendwie haben sie es dann geschafft und mir war noch etwas Schlaf gegoennt.

Rumaenisches Gulasch mit Bohnen

Von Sighisoara fuhr ich weiter in den Norden. Die Strassen, auch die kleineren, sind alle gut zu befahren. Im Norden laesst der Verkeht auch immer staerker nach. Insgesamt betrachtet ist das Fahren auf den Strassen, Fahrradwege gibt es nicht, ziemlich gefaehrlich. Im Vergleich zu Afrika sind hier auch einfach viel mehr Autos und LKWs unterwegs. Die Fahrweise der Rumaenen ist ganz schoen agressiv, so bin ich auch an mehreren Unfaellen vorbei gekommen.

Das Land hat mich denn nicht ganz so fasziniert. In den Doerfern sind alte (mittelalterliche) Strukturen weiterhin zu beobachten. Brunnen, Handarbeit auf den Feldern, alte Werkzeuge und die vielen Pferdewagen lassen einen Blick in die Vergangenheit zu.
Dass Rumaenien sich aus vielen verschiedenen Ethnien zusammensetzt, habe ich nicht bemerkt. Vor allem die Sprache war auf dieser Reise ein grosses Problem, um tiefergehende Gespraeche zu fuehren. Englisch koennen eigentlich nur Leute in der Stadt und Franzoesisch oder Spanisch wird von mir nicht gesprochen; ob es wirklich helfen wuerde, wage ich zu bezweifeln.
An einem Morgen habe ich dennoch eine Zigeunerfamilie an einem Fluss getroffen. Mit Haenden und Fuessen konnten wir uns denn ein wenig verstaendigen. Begegenungen dieser Art hat es leider viel zu selten gegeben. Hinzu kommt, dass es im interessanteren Norden fast fuenf Tage hindurch regnete und ich jedes Mal bis auf die Haut nass wurde. Fotos und Gespraeche mochte ich dann nicht mehr machen …

Zigeunerfamilie

Nun habe ich mich dazu entschlossen direkt weiter nach Ungarn zu fahren. Mit dem Zug ging es von Debrecen nach Budapest (vgl. obigen Eintrag), wo ich fuer zei Tage bleiben werde. Da die Formel 1 hier am Wochenende startet, sind bereits jetzt viele Leute hier und die Preise etwas gestiegen. Meine Ferse und Muskeln brauchen jedoch die zwei Tage Ruhe.

Parlament Budapest

Kettenbruecke in Richtung Pest

Bis demnaechst
Flo

Ein riesiges Wort stand auf dem Grab: DRACULA (Bram Stoker)

Unerwarteterweise habe ich hier doch noch einen Internetzugang gefunden und kann noch einmal kurz berichten.

Nach den Baeren in Brasoc bin ich mal wieder ueber 100 km weiter gefahren und befinde mich nun seit vier Tagen in Sighisoara. Eigentlich wollte ich bereits weitergefahren sein, aber der ploetzliche Anfall einer Krankheit (Sonnenstich, schlechtes Essen, …) und ein heute beginnendes Mittelalterfest haben mich hier laenger verweilen lassen. Untergekommen bin ich auf einem netten Campingplatz mit angeschlossenem Schwimmbad. Die Temperatur steigt tagsueber immer noch auf gut 30 Grad Celsius und die Sonne ist gnadenlos. Daher holte ich mir hier auch gleich einen guten Sonnenbrand, so dass ein Sonnenstich nicht ganz auszuschliessen ist.

Auf dem Weg nach Sighisoara, auch Schaessburg genannt (eine der sieben Burgen der Angelsachsen; zur Erinnerung: Transylvanien wird auch Siebenbuergen genannt), kam ich an einem Markt vorbei. Die Leute waren ziemlich freundlich, nur dass ich lediglich das Ende des Marktes mitbekam.

Markt

Nun also in Sighisoara, einer Kirchenburg, wie sie haufig in Transylvanien anzutreffen sind. Als die Osmanen ihre Angriffe auf die Wallachei und Transylvanien verstaerkten sah sich auch Vlad III. gezwungen seine Festungen auszubauen. Da auf Erhebungen haeufig Kirchen standen, wurden diese kurzerhand zu Burgen umgebaut: feste Schutzwaelle, Verteidigungstuerme und Gebauden zur Waffenherstellung. Sie sind fast uneinnehmbar und eigneten sich gut als Rueckzugsplaetze. In Sighisoara wurde Vlad III. Draculea geboren. Ob das auf dem unten zu sehende Haus wirklich sein Geburtshaus ist, steht nicht ganz fest. Ueber die Geburtsstadt gibt es jedoch keine Zweifel, anders als zu seiner Begraebnisstaette in Snagov. Abgesehen von kitschigen Tassen und anderen Gegenstaenden mit dem Konterfei Draculas ist von seiner damaligen Praesenz nichts zu sehen oder spueren.

Mittelalterfest in Sighisoara

Geburtshaus von Vlad III.

Vlad III.

So, die naechste Band hat die Buehne betreten und ich komme zum Schluss. Mal schauen, ob ich noch einen weiteren Tag hier verbringe oder morgen bereits weiterfahre. Nach Sighisoara habe ich jedoch die letzte wichtige Stadt zum Thema Dracula bereist und werde dann den Weg nach Hause ohne grosse Unterbrechungen durchziehen.

Bis denn
Florian