Die Region der Virungavulkane kommt nicht zur Ruhe

Erst vor einem Jahr brach einer der aktiven Vulkane im Kongo aus. Glücklicherweise war dieses Mal Goma nicht in Gefahr.

Nun haben die Grenzstadt zu Ruanda, vor deren Toren ich bereits stand, Rebellen übernommen.

Tagesschaubeitrag vom 20.11.2012

Blick auf die Virungavulkane von Uganda aus.

Advertisements

Jagd auf Joseph Kony

Uganda hat es mal wieder in die Schlagzeilen geschafft. Die NGO „Invisible Children“ stellte einen Clip ins Internet, der sich rasend schnell verbreitet. Inhaltlich geht es um die Begleitung eines ugandischen Jungen, der von der Rebellengruppe LRA, die im Norden Ugandas operierte, geflohen ist. Der Film ruft dazu auf den Rebellenführer Joseph Kony bis zum Ende des Jahres 2012 zu fassen. Gelingen soll dies u. a. durch die Verbreitung seines Gesichts und dem Aufruf zu Spenden.  Hier das Video:

So weit so gut. Die Einseitigkeit des Videos wird schnell deutlich und so wächst auch die Kritik an den Erstellern. Zurecht, wie ich finde!

2009 bin ich mit dem Rad und später mit Bus und Auto selber in die ehemalige Rebellenregion gefahren. In meinen Bericht schrieb ich: „Im Norden Ugandas bewegte ich mich mit Auto und Bus fort. In der für ihre Flüchtlinge bekannte Stadt Gulu verbrachte ich eine Nacht. Meine Gesprächspartner erzählten, dass sich nur noch wenige Kinderflüchtlinge in der Stadt befänden. Es gibt aber immer noch von Hilfswerken eingerichtete Zentren für ehemalige Kindersoldaten, die für die Rebellen um Joseph Kony kämpften. Touristen trifft man in diesen Gegenden nicht, auch wenn sich die Rebellen der LRA seit längerem in den Kongo und Sudan zurückgezogen haben. Die Infrastruktur ist in einem guten Zustand, die Gegend ist jedoch sehr arm und die Menschen an den Straßen und kleinen Dörfern fragten mich, was ich dort wollte.

Die Zerschlagung der Rebellengruppe kann objektiv als gelungen angesehen werden. Ugandas Präsident Museveni wird nicht müde dies immer wieder zu betonen. Der Norden Ugandas hat sich weitestgehend von den schlimmen Tagen erholt, so dass der Film in diesen Punkten die Situation falsch wiedergibt. Anders sieht es sicherlich im Kongo aus. Die politische Struktur ist aber mit der Ugandas in keinster Weise zu vergleichen.

Im Laufe der nächsten Monate wird sich herausstellen, ob der Film weißer Amerikaner zur Ergreifung eines afrikanischen Rebellenführers führen wird; ungefragt, wie die Ugander das Eingreifen finden. Gewiss ist jedoch, dass während dessen all die anderen Splittergruppen im Grenzgebiet weiterhin unbehelligt rauben und schlachten …

Unterwegs in Norduganda

Wieder daheim …

Die ersten Tage in Deutschland und ich vermisse das Chaos auf den ugandischen Straßen. Abgesehen von Kampala, in der es so voll und unkontrollierbar ist, dass der Verkehr zur Rush-hour einfach nur noch steht und die Verkehrspolizisten nichts mehr ausrichten können, habe ich die Fahrten auf den geteerten Straßen durchaus genossen. Auf den insgesamt 700km in meinen 5 Wochen hatte ich kein einziges Mal eine gefährliche Situation mit Autos oder Bussen.

Ganz besonders in Erinnerung bleiben mir jedoch die Menschen. Ob es eine Familie war, bei der ich mich für 1/2 Stunde unterstellte, oder die Arbeiter eines Steinbruchs, deren schweißtreibende Arbeit ohne jegliche Sicherungen sehr gefährlich ist. Überall haben die Leute gerne von sich und ihrer Arbeit erzählt und mich freundlich empfangen.

Ein kleiner zusammenfassender Bericht wir von mir in den nächsten Wochen nachgeschoben (zu finden auf meiner Homepage).

Die Rückreise war sehr anstrengend, weil ich wegen meiner Fahrradbox 15 Stunden am Flughafen verbrachte, bis wir Richtung Deutschland zurückflogen. Der Umstieg in Cairo war unkompliziert (dieses mal ohne Wärmebildkameras) und das Gepäck ist unbeschadet und vollständig bis nach Deutschland gekommen. Auch die Fahrradbox hat den Flug überlebt …

Fahrradbox

Abschied von der Fahrradbox, die ich in Uganda mit Klebeband notdürftig verstärkt hatte.

Der Blog hat verlässlich funktioniert und bei der nächsten Reise wird es wohl wieder einen geben. Vielen Dank für die Kommentare und nachträglichen Rückmeldungen.

Grüße Florian

Am Flughafen

Meine Idee war es gestern, dass ich heute meine Fahrradbox trocken zum Flughafen bringe und dort fuer eine Nacht unterstelle, damit ich mir das hin und her Gefahre spare.

Um 7 Uhr frueh kam der Fahrer. Als wir die Pappbox in das Auto laden wollten, kam ein tropischer Regenguss auf uns nieder. Also Auto so weit wie moeglich unter das Vordach geparkt und die Box eingeladen. Nach etwa 1 Stunde Fahrt regnete es am Flughafen noch immer. Wieder unter ein Vordach gestellt und die Box ausgeladen. Im Flughafen wollte man meine Box jedoch nicht annehmen. Die Geschaeftsleute sagten, dass sie es gerne machen wuerden, die Sicherheitsbeamten dies aber nicht zuliessen. Den Beamten hingegen war das egal. Trotzdem fand sich erst nach 2 Stunden jemand bereit die Box an sich zu nehmen und mir morgen wieder auszuhaendigen.

Waehrend meiner Suche liess ich das Gepaek in der Naehe von den Sicherheitsbeamten, die mein „Verschwinden“ nicht gut fanden, weil Gepaeckstuecke aus Sicherheitsgruenden nicht alleine gelassen werden duerfen. Das ich waehrend der 2 Stunden mit meinem grossen Rucksack auf dem Ruecken keine der zwei Sicherheitsschranken benutzte (ich wollte nicht alles auspacken muessen etc. und ging deshalb einfach daran vorbei) und durch den Flughafen lief, stoerte keinen der Beamten.

Letztlich sollte fuer morgen alles erledigt sein: die Box ist heile am Flughafen und mein Gewicht habe ich auch reduziert. Die Check in time beginnt um 1 Uhr nachts (von Samstag auf Sonntag). Da sollte noch etwas Geld fuer die eine oder andere Cola drin sein …

Odyssee

Gestern mit dem Bus um 6.30 Uhr Frueh von Jinja nach Kampala (2 Stunden Dauer). Dort das Fahrrad und Gepaeck in einem Hotel untergestellt. Anschliessend bis 11 Uhr gewartet, bis der Bus nach Kabale endlich losfuhr. Nach 9 Stunden Busfahrt trafen wir ein und in einem kleinen Lokal habe ich einen netten Australier wieder gesehen, den ich an den Murchinson Falls traf.

Meine Fahrradbox in Kabale war noch da, allerdings leer. Der Schluessel zum Abmontieren der Pedale, das Klebeband, mein Schloss (ohne Schluessel), selbst das Pappinnenleben, alles weg. Naja, wo die Sachen sind liess sich nicht aufklaeren, also um 11 Uhr abends in 7 Stunden Busfahrt wieder zurueck nach Kampala. Ohne Schlaf habe ich hier in Kampala die wichtigsten Dinge besorgen koennen, so dass es morgen in Richtung Flughafen gehen kann …

Florian