Triathlonmaterial – GPS-Pulsuhr Polar V800

Letztes Update 23.12.2015

Im Triathlonsport angekommen, benötige ich noch so manch passendes Material. So z. B. eine Uhr 🙂 Dank einer Vorverkaufs-Version der Polar V800, kann ich sie seit Ende Mai ausgibig benutzen. Im Folgenden berichte ich von meinen Erfahrungen mit der Uhr, die mehr kann, als nur die Zeit anzuzeigen … V800 Die ersten Schritte
Das erstmalige Laden hat ca. 2 Stunden gedauert. Die Verbindung mit dem Webservice Polar Flow funktionierte hervorragend. Alle Daten, die ich bei der Anmeldung eingetragen hatte wurden bei der ersten Anmeldung von der Uhr übernommen. Überhaupt gefällt mir die Einrichtung über den Browser sehr gut; schnell sind individuelle Profile und Einstellungen gesetzt und an die Uhr gesendet. Die Uhr ist nicht gerade klein (siehe Foto) und leicht. Mir fehlt jedoch jeder Vergleich zu anderen Modellen, weil meine letzte Pulsuhr über 6 Jahre alt ist. Das Display ist schön groß und gut ablesbar. Die Größe der Knöpfe und deren Druckpunkt / Druckempfindlichkeit gefallen mir sehr gut; ein Knopf wird nicht aus Versehen gedrückt.

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Schick am Handgelenk, aber im Vergleich zu einer „normalen“ Uhr größer und schwerer.

Vor der ersten Tour brauchte die Uhr fast 1 Minute, um das GPS-Signal zu finden. Bei allen Folgetouren dauerte die Suche vom gleichen Startpunkt (auch bei bedecktem Himmel) meist nur wenige Sekunden. An neuen Orten braucht das Finden des GPS oft zwischen 30 und 60 Sekunden.

Laufen
Für meinen ersten Lauf hatte ich mir ein „Trainingsziel“ unter Polar Flow, der Online-Trainingsplattform, erstellt. In der Tagebuchansicht kann man jedem Tag ein „Trainingsziel“ hinzufügen. Auf einfache Weise wählt man eine Sportart aus, trägt einen Namen ein und kann aus bisher drei (Stand: Juni 2014) „Geschwindigkeitszielen“ wählen. Insbesondere für das Training mit Phasen ist eine GPS-Pulsuhr hervorragend geeignet. Wie auf dem Bild zu sehen ist, kann man sehr einfach und umfangreich einzelne Phasen erstellen. Ich wählte zu Testzwecken eine insgesamt 14 km lange Tour. Dabei wollte ich jeweils einen Kilometer ein- und auslaufen und danach 12 km in zwei 6 km lange Abschnitte laufen. Der Übergang von einer Phase zur anderen kann automatisch oder manuell per Knopfdruck erfolgen. Es sind viele weitere Einstellungen (z. B. Wiederholung einzelner Aufgaben, Vorgabe von Herzfrequenzzonen etc.) möglich, die ich bei meinen bisherigen Läufen nicht benötigte.

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Von mir erstelltes „Trainingsziel“ mit mehreren Phasen.

Vor meiner Haustür ging ich im Menü auf das Tagebuch, wählte den Tag aus und anschließend mein zuvor auf die Uhr synchronisiertes „Trainingsziel“. Nachdem der Puls und das GPS-Signal gefunden war, drückte ich auf den Startknopf und das Training konnte beginnen. Nach dem ersten Kilometer stoppte die Uhr, wie von mir eingestellt, die Aufzeichnung und ich machte mein Lauf-ABC. Danach startete ich mit der zweiten Phase, den ersten 6 km. Unterwegs gibt die Uhr, je nach Einstellung, einen Ton und/oder Vibrationslarm, wenn eine Phase beendet und gewechselt wurde. Unter den vielen Einstellungen finde ich z. B. die Zwischenzeitenanzeige nach jedem Kilometer sehr praktisch. Dabei bekomme ich jedes Mal eine Kurze Zusammenfassung über die Pace und Durchschnittsherzfrequenz. Die V800 arbeitete die Übergänge, wie von mir eingestellt, ab. Nach der kompletten Trainingseinheit stand ich wieder vor meiner Haustür. Perfekt! Bei allen Folgeläufen war ich mit der Uhr immer sehr zufrieden, ob Intervalltraining oder ein gemütlicher Lauf. Für Läufer bietet die V800 viele Einstellungsmöglichkeiten, die eigentlich keine Wünsche offen lassen sollten.

Update 12/2015: Mittelerweile nutzte ich die Uhr auch auf einer 400m Laufbahn. Zur Ermittlung der Distanz war das GPS angeschaltet. Letztlich gab es zwischen der Aufzeichnung der Uhr und den von mir gezählten Runden ca. 75m Unterschied (bei einem Lauf von ca. 8km).
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Radfahren
Auch beim Radfahren hat mich das GPS überzeugt. Trotz großer Geschwindigkeiten in Kurven, hat die Uhr keine gerade Verbindungslinie gezogen (GPS-Abfrage jede Sekunde). In Waldgebieten hatte ich bis jetzt noch keinen Einbruch des Signals. Ob Polar Flow nach dem Übertragen der Daten Ungenauigkeiten bei der GPS-Erfassung glättet, kann ich leider nicht sagen. Beim Vergleich mit meinem Tacho stimmten die Angaben (Durchschnittsgeschwindigkeit, gefahrene Kilometer etc.) meistens überein.

Karte

Teil einer gefahrenen Radstrecke. Anfangs bin ich mit höherer Geschwindigkeit gefahren, bis es durch einen Wald bergauf ging.

Für ca. 8€ (Stand Juli 2014) bietet Polar eine Fahrradhalterung für ihre Uhren an. Die V800 passt sehr gut auf diese, so dass ich mittelerweile keinen Tacho mehr am Rad habe, sondern nur noch mit der Uhr fahre. Die Anzeige der Uhr kann nach eigenen Wünschen zusammengestellt werden (über Polar Flow), so dass man sich beim Radfahren bis zu vier Daten anzeigen lassen kann. pol_fahr

Schwimmen
Nun, die V800 wird von Polar als Triathlonuhr beworben. Hauptwerbefigur ist der amtierende Ironman Hawaii-Sieger 2013 Frederik van Lierde. Und eben dieser fährt nicht nur Rad und läuft, sondern er schwimmt auch. Mit einer Wasserfestigkeit bis 30 m kann die V800 bedenkenlos mit ins Wasser genommen werden. Aufgrund der relativ neuen Übertragungstechnik zwischen Brustgurt und Uhr ist die Herzfrequenzmessung auch im Wasser möglich. Das GPS soll beim Kraulen auch im Freiwasser funktionieren; beim Brustschwimmen ist die Uhr ständig unter Wasser, so dass eine GPS-Aufzeichung nicht möglich ist. In das finale Produkt hatte es nur ein allgemeiner Schwimmmodus geschafft. Im November 2014 kam die Funktion Bahnschwimmen (mehr Infos weiter unten) als Softwareupdate hinzu. In der Praxis funktionierte die Messung der Herzfrequenz im Wasser. Ich musste den Herzfrequenzgurt jedoch stärker anziehen. Auch unter Wasser (Hallenbad) ist die Anzeige gut ablesbar. Bei häufigen Wenden im Hallenbad stört mich, dass der Brustgurt bei starken Abstößen von der Wand nach unten rutscht. Ein Mal ist es sogar passiert, dass sich der Brustgurt löste und auf einmal neben mir schwamm. Pol_fws01

Freiwasserschwimmen
Im Freiwasser funktionierte die Messung der Herzfrequenz bei mir bisher überhaupt nicht. Der Fehler scheint darin zu liegen, dass die Herzfrequenz nicht mit gleichzeitiger GPS-Nutzung funktioniert. Ein Fehler, der hoffentlich per Update behoben wird.

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Aufgezeichnete Route einer ca. 700m langen Strecke.

Das GPS-Signal hat beim Freiwasserschwimmen (Kraulen) erst einmal funktioniert und einen Track aufgezeichnet. Wie genau der Track jedoch ist, kann ich nur schwer beurteilen, weil ich immer wieder Kurskorrekturen machen musste und so durchaus etwas im Zickzack schwamm. Auf dem obigen Bild ist zu erkennen, dass ich laut der V800 einen Landgang gemacht habe. Das ist jedoch nicht der Fall gewesen. Auch ist die zurückgelegte Strecke von 1,16km nicht richtig. Laut Messungen auf einer Karte dürften es nur ca. 700 bis 800m gewesen sein. Mittelerweile konnte ich sogar auf einer Regattabahn schwimmen. Dort sind Bojen in kurzen Abständen gesetzt und unter Wasser mit einem Kabel verbunden, an dem man sich orientieren kann. Das Ergebnis ist unten zu sehen. Auch hier zeichnete die Uhr einen kurzen Landgang auf, den es nicht gab. Das Problem wird wohl sein, dass beim Brustschwimmen die Uhr kein GPS-Signal empfängt und bei der nächsten Erkennung irgendwelche Verbindungslinien zieht.

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Schwimmen auf einer Regattabahn. Laut Uhr bin ich 2km geschwommen, den aufgestellten Schildern zu Folge dürften es nur ca. 1,7km gewesen sein.

Update 08/2015: Seit kurzer Zeit gibt es das sogenannte Freiwasserschwimmen als Sportprofil. Bei diesem ist das GPS ebenfalls eingeschaltet und die Software glättet meiner Erfahrung nach die GPS-Koordinaten zu einer Kurve, die keine Zacken und Sprünge aufweist. Die ersten Ergebnisse fand ich jedoch etwas ernüchternd, weil wieder Landgänge aufgezeichnet wurden, die es nicht gab. Zur Verteidigung der Uhr kann ich nur sagen, dass ich an den kritischen Stellen Brust geschwommen bin und anschließend nicht immer auf ein neues GPS-Signal gewartet habe. Bei anderen Leuten, die durchgängig kraulten, sah die zurückgelegte Strecke deutlich besser aus.pol800freiw Update 07/2014: Zur korrekten Messung der geschwommenen Strecke kann man die Uhr unter die Badekappe packen. Sieht zwar nicht gerade toll aus, funktionierte aber hervorragend und störte mich erstaunlicherweise nicht. Letztlich reicht es wohl meistens, wenn die Schwimmstrecke einmal vermessen wird, so dass man nicht jedes Mal mit der Uhr unter der Haube schwimmen muss. Kritisch ist nur, wenn die Badekappe aus irgend einem Grund mal reissen sollte und die Uhr auf dem Seeboden landet.

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Verdeckte V800 unter der Badekappe.

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Die Schwimmstrecke ist nun sehr genau aufgenommen worden, ohne störende „Sprünge“.

Bahnschwimmen
Im November 2014 kamen umfangreiche Hallenbadfunktionen hinzu. Für mich ist das Bahnenzählen (also auch die Distanz) die wichtigste Neuerung gewesen. Die Uhr erkennt aber auch den Schwimmstil und zählt die Schwimmzüge.

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Unter den Sportprofilen muss in Polar Flow ein neues Profil „Bahnschwimmen“ angelegt und mit der Uhr synchronisiert werden. Erst dann sind die Funktionen auf der Uhr verfügbar (Stand Nov. 2014).

Bereits nach meinen ersten geschwommenen Bahnen war ich von der Genauigkeit sehr überrascht. Die Angaben der zurückgelegten Strecke passten fast immer. Selten wurde eine Bahn nicht gezählt, z. B. weil ich mit zu wenigen Armzügen tauchte. Ansonsten wurde die Distanz, sofern ich zum Vergleich mitzählte, immer richtig angezeigt. Den Schwimmstil erkannte die Uhr bisher immer korrekt. Damit hat Polar die V800 nun endlich zur Triathlonuhr vervollständigt. pol_spsw02

Im Wettkampf
Als erstes habe ich die Polar bei einem Laufwettkampf getragen. Dabei gefiel mir, dass das GPS-Signal schnell gefunden wurde und die Uhr auch unter Anspannung intuitiv zu bedienen ist. Während des Wettkampfes habe ich kaum auf die Uhr geschaut. Die automatische Zusammenfassung nach einem Kilometer gab mir jedes Mal eine gute Rückmeldung zu meiner eigenen Wahrnehmung. Dadurch bremste ich mich anfangs ein kleines bisschen, was sich zum Schluss hin als gute Entscheidung heraus stellte.wuptrep05 Zuletzt trug ich die V800 während des T3-Triathlon in Düsseldorf. Bei diesem Profil ist die Reihenfolge (Schwimmen, Radfahren, Laufen) bereits festgelegt. Mit einem Druck auf die Zurück-Taste wird die Zeit genommen. Anschließend muss vor Beginn der nächsten Sportart wieder Start gedrückt werden. So ausgeführt werden einem am Ende auch die Wechselzeiten zwischen den Disziplinen angezeigt. Man muss im Eifer des Gefechts nur an das stetige Drücken der Tasten denken …

Hinweis 09/2014: Ist man im Triathlonmodus, so wird dieser nur ca. 5 Minuten aufrecht erhalten. Danach wechselt die Uhr automatisch in den Laufmodus. Das Training bzw. der Wettkampf wird dann als Lauf gespeichert und nicht, wie eigentlich vorgesehen, in den drei einzelnen Einheiten. Es empfiehlt sich den Triathlonmodus vorher zu testen.

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Auswertung des Ironman Frankfurt 2015.

Update 08/2015: Beim Ironman im Juli 2015 benutzte ich die V800 im Wettkampf. Voll aufgeladen legte ich sie etwa 3 Stunden vor dem Start an. Nach fast 13 Stunden Aufzeichnung vermeldete die Uhr, dass das GPS aufgrund zu wenig Energie ausgeschaltet würde. Von da an wurde die Strecke leider nicht mehr aufgezeichnet; die Herzfrequenzmessung und übrigen Anzeigen funktionierten aber bis ins Ziel. Die von Polar angegebenen 14 Stunden hat die Uhr mit GPS leider nicht durchgehalten; während des Wettkampfes war sie jedoch ein verlässlicher Begleiter.

Auswertung der Daten
Die automatische Synchronisation der Uhr mit der Onlineplatform Polar Flow funktionierte bisher immer sehr gut. Updates werden einem angezeigt und müssen zur Installation bestätigt werden. Leider merkte sich die Seite bis jetzt (Stand: Juni 2014) nicht meine Daten zur Anmeldung, so dass diese jedes Mal neu eingegeben werden müssen. Die farbigen Darstellungen auf der Polar Flow-Seite sehen schon mal sehr nett und übersichtlich aus. Was mir in jedem Fall noch fehlt, ist, dass ich die aufgezeichneten Daten am Computer in ein anderes Trainingsprogramm (z.B. Sporttracks) importieren kann. Die Uhr wird nicht als Speichermedium erkannt, so dass man die Daten nicht einfach auf den PC laden kann. An dieser Stelle muss Polar noch nacharbeiten. Bis dahin schreibe ich die Daten der Uhr in ein anderes Trainingsprogramm. Auch kann man keine Einheiten, bei denen ich die Uhr nicht trug, eintragen. Die Plattform ist also nur mit der V800 zu benutzen. Update 10/2014: Nun bietet Polar Flow den Export der Daten an. Hierbei stimmen ebenfalls die Höhenangaben mit denen auf der Uhr nicht überein. Die Angaben auf der Uhr scheinen korrekt zu sein, während die auf der Polar-Seite ungenauer sind und stärker voneinander abweichen.

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Unten links ist eine neue Schaltfläche für den Export der Trainingsdaten hinzugekommen.

Nach absolvierten Einheiten gibt die Uhr eine genaue Rückmeldung über das Training und die benötigte Ruhezeit. Als Triathlet, der fast täglich und manchmal mehrere Sportarten an einem Tag trainiert, kann es schnell passieren, dass die Uhr einem mehrere Ruhetage empfiehlt. Hier kommt die Technik ein Stück weit an ihre Grenzen. Übertraining ist sicherlich zu vermeiden, doch wechslen sich Belastung und Entlastung in meinem Training ab und mein Körpergefühl gibt mir noch immer am Besten Rückmeldung.

Aktivitätstracker
Die Polar V800 hat einen Aktivitätstracker integriert, der beim Tragen der Uhr unterschiedliche Daten aufzeichnet. Ähnlich den Aktivitätsbändern werden einem die gelaufenen Schritte, verbrannten Kalorien und andere Dinge angezeigt. Ich finde die Datenerfassung erst einmal sehr interessant. Insbesondere an Arbeitstagen komme ich, im Vergleich zum Wochenende, auf viele Schritte. Auf der anderen Seite finde ich es nicht toll, wenn Polar meine Aktivitäten, Schlafzeiten und Inaktivitäten kennt und auf einem Server speichert. Anfangs gab es einen Inaktivitätsalarm, der bei zu langer Inaktivität ansprang (Vibration) und zu Bewegung mahnte. Diese Funktion gibt es aber anscheinend nicht mehr. Inaktivitäten kann man nur noch nach der Synchronisation mit Polar Flow sehen.

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Beispieltag mit aufgezeichneten Aktivitäten.

Und sonst?
– Es kommt immer wieder die Frage auf, wie die Tap Gestures am Besten aktiviert werden. In einem kurzen Video zeige ich einen kleinen Trick, den ich insbesondere beim Schwimmen nutze …


– Auf Fitness Modern wurde eine Seite Namens „Polar V800 Howtos und FAQ“ eingerichtet. Dort werden wohl die meisten Fragen zur Uhr beantwortet. Achtung: Ich übernehme für die Verlinkung keine Haftung.

Update 02/2015 – Nun habe ich auch die Polar Flow App für Android ausprobiert. Nach anfänglichen Verbindungsproblemen, funktioniert sie seit dem letzten Update sehr zuverlässig. Übersichtlich werden einem alle relevanten Daten auf Monats-, Wochen- und Tagesübersichten angezeigt. Insgesamt hinterließ die App bei mir einen positiven Eindruck. Zur Auswertung meiner Daten benutze ich am PC jedoch ein anderes Programm, so dass ich die App kaum öffne. Wirklich interessant stelle ich mir die Verwendung nur unterwegs vor, wenn der heimische PC nicht erreichbar ist. Dann kann man sich schnell einen Überblick über das absolvierte Training verschaffen; viel mehr aber auch nicht. Trainingseinheiten und alle anderen Einstellungen werden, so weit ich das gesehen habe, nach wie vor am PC vorgenommen, um sie dann auf die Uhr zu übspielen. polapp01 Update 11/2014 – Im September musste ich meine V800 bei Polar einsenden, weil Wasser in das Gehäuse eingedrungen war und das Ladekabel nicht mehr richtig funktionierte. Keine zwei Wochen später bekam ich die Uhr zurück. Dabei fielen mir vor allem zwei Neuerungen an der Uhr auf. So besitzt das ausgetauschte Armband nun eine Abdeckung an der Ladebuchse und es wurde ein neues Ladekabel beigelegt, weil auch dieses nun etwas anders aufgebaut ist. So greifen nun Zacken in die Löcher der Vertiefungen von den Schrauben, so dass das Kabel besser hält. Mit dem schnellen Service von Polar bin ich sehr zufrieden. pol_rep01 pol_rep02

Mein Fazit

Bild klicken, um weitere Informationen bei Amazon einzusehen.

Die V800 ist, zum Glück, auch nur eine Uhr. Über die Zeitangabe hinaus sind die Möglichkeiten aktueller GPS-Pulsuhren jedoch fast grenzenlos und eröffnen dem ambitionierten Sportler neue Möglichkeiten der Trainingssteuerung. Ich war von Beginn an von der V800 begeistert. Die Hardware (GPS, Höhenmessung, Herzfrequenzmessung etc.) funktioniert bis jetzt tadellos und ist sehr genau. Die zugehörige Onlineplattform ist übersichtlich und sehr einfach zu bedienen, obwohl es viele Möglichkeiten an Einstellungen und Auswertungen gibt. Da nun endlich auch die Schwimmfunktionen fürs Hallenbad per Softwareupdate nachgereicht wurden und sehr gut funktionieren, erfüllt die Uhr alle meine Erwartungen an ein Topmodell.

So long
Florian

Hinweis: Mit einem Klick auf das obige Foto kommt man zu der von mir rezensierten Version auf Amazon. Bei einem Kauf über den Link wird meine Seite von Amazon finanziell unterstützt.

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Fahrradnavigation mit einem Tablet – die Software

Nach der gefundenen Hardware verbrachte ich viel Zeit mit der Suche nach einer geeigneten Software und dem Testen eben dieser. Gefunden und empfehlenswert finde ich Openstreetmap. Es gibt noch viele weitere Programme, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen und einfach ausprobiert werden sollten. Mir war es besonders wichtig, dass ich ohne Internetverbindung die Karten zur Verfügung habe, d. h. die Karten müssen zuvor auf das Tablet oder eine Speicherkarte geladen werden, und ich mich routen lassen kann, d. h. ich gebe eine Adresse oder Koordinate an und die Software führt mich dorthin. Openstreetmap unterstützt diese Funktionen für das Fahrrad, Auto und für Fußgänger.
Zur Planung von eigenen Touren benutze ich vor allem die Internetseite gpsies und Komoot.
Im Folgenden werde ich etwas ausführlicher über die von mir verwendeten Programme und Seiten schreiben. Meine Aussagen beziehen sich auf die Versionen unter Android, mit dem mein Tablet läuft.

Alle Informationen wurden von mir nach besten Wissen und Gewissen zusammengetragen.
Dennoch übernehme ich keine Haftung / Verantwortung für die genannten Geräte, Programme, Internetseiten etc.

Openstreetmap Android Plus (App: OSM And+)
Das Openstreetmap-Projekt ist eines der spannensten im Rahmen von Karten und Navigation. Durch die Hilfe von tausenden Benutzern, die Daten (also Straßen, Wege, Sehenswürdigkeiten etc.) in das Projekt einfließen ließen und lassen, ist es kostenlos, sehr genau und vor allem aktuell. Die dazugehörige App gibt es kostenlos und aufgewertet (erkennbar am Pluszeichen im Namen) für ca. 6€ (Stand 7.2013) mit sinvollen erweiterten Funktionen und Möglichkeiten. Für mich ist es bis jetzt das beste Programm fürs Routing.
Nach mehreren Testwochen kann ich sagen, dass mich OSM bisher nie im Stich gelassen hat. Das Nachfahren von Routen machte großen Spaß. Ich habe mir Routen aus dem Internet heruntergeladen, im Ordner „Tracks“ abgelegt und wählte anschließend unter „Navigation“ den Punkt „GPX-Route wählen“ aus. Verließ ich die Route mal, so wurde ich darauf zurück geführt. Fuhr ich selbstständig einen Umweg und kam auf die Route zurück, so führte mich OSM einfach weiter, ohne zu meckern. Von mir ausprobierte Navigationsgeräte waren nicht so genügsam und wollten häufig, dass ich genau die Route nachfahre. Wich ich davon ab, routeten sie mich zum letzten Punkt zurück.
Unterwegs ist es mir passiert, dass ich eine Tour abbrechen musste und mich vom gegenwärtigen Standort nach Hause führen lassen wollte. Auch hierbei ist OSM sehr komfortabel. Die Software erstellt nach der Zieleingabe eine passende Route. Sollte mir diese nicht gefallen, kann ich Wegpunkte setzen und so die berechnete Route anpassen. Auf diese Weise habe ich ganz neue Strecken auf dem Nachhauseweg entdeckt.

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Tabletbildschirm mit der Karte von OSM. Obere Zeile: Kompass, Schloss (um den Bildschirm zu sperren, damit man nicht aus Versehen Knöpfe drückt), Straßenname, Einstellungen und „wo bin ich“. Darunter: Entfernung zum Ziel, Satelliten und Höhenmeter. Weitere Parameter sind zu- und abschaltbar.

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Untere Zeile: Einstellung von Fußgänger, Fahrrad oder Auto, darunter geht es ins Menü und rechts kann in die Karte gezoomt werden.

Als sehr positiv haben sich die, auch in anderen Programmen zuschaltbaren, POIs (= points of interest; interessante Orte) erwiesen. Nach einem einmaligen Download sind sie auch unterwegs ohne Internetverbindung verfügbar. Orangene Punkte verraten bei Berührung worum es sich handelt. Damit nicht die ganze Karte orange erscheint, sollte man nur Dinge aktivieren, die einen interessieren. Ich habe zum Beispiel auf diese Weise einen Höhleneingang ganz in meiner Nähe entdeckt.

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Die orangenen Punkte sind die zuschaltbaren POIs (= points of interests; interessante Orte).

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Überblick des Ruhrtalradwegs von Winterberg nach Duisburg.

Welche negativen Punkte kann ich nennen? Mir sind bisher nur kleinere aufgefallen! Bei der Nutzung des Tablets während der Navigation (z. B. Benutzung der Fotoapp) kam es schon mal vor, dass die Karte von OSM nicht mehr in die Fahrtrichtung mitdrehte. Sie blieb bis zum erreichen des Ziels fest ausgerichtet, was keinen weiteren negativen Einfluss auf die Navigation hatte. Im Auto sind Ansagen manchmal etwas verwirrend. So höte ich öfters die Ansage „bitte halbrechts fahren“. Was sollte nun halbrechts sein?
Darüber hinaus kam schon mal die Ansage „in 50m bitte wenden“. In 50m kam jedoch nur eine scharfe Kehre und der Weg führte weiter.
So kam es in der Vergangenheit immer wieder mal vor, dass ich nicht wusste, was OSM von mir wollte. Ein Blick auf die Karte, bei denen ich bisher noch keinen Fehler gefunden habe, half jedes Mal.
Sollten sich noch weitere negative Punkte herausstellen, dann werde ich sie an dieser Stelle ergänzen.

Routenerstellung
Ich möchte nicht immer nur Routen von andern Internetnutzern nachfahren, sondern eigene erstellen. Dazu benutze ich vor allem zwei Programme. Einerseits ist dies die Internetseite gpsies, auf der viele Routen zu finden sind, aber auch selbst welche erstellt werden können. Nach der Fertigstellung wird die Route als gpx-Datei gespeichert und auf das Tablet übertragen. Es benötigt immer etwas Zeit alle Punkte zu setzen und einen schönen Weg zu finden, aber meistens habe ich mich über die neuen Routen sehr gefreut. Auf der Karte, ebenfalls eine OSM-Karte, entdeckte ich oft neue kleine Wege, die mir zuvor nie aufgefallen waren.
Soll es mal schnell gehen, benutze ich die Seite von Komoot. Das kleine Unternehmen hat sich auf das Routing für Fahrradfahrer und Wanderer spezialisiert. Eine Besonderheit ist die automatische Routingfunktion, bei der auch kleine Wege je nach Einstellung einbezogen werden. Am PC kann man die bereits guten Vorschläge nach eigenen Wünschen abändern. Der Import von GPX-Dateien funktioniert ebenfalls problemlos.
Beide Internetseiten sind kostenlos zu nutzen. Komoot bietet darüber hinaus noch eine Navigationssoftware an, bei der jedoch das komplette Kartenpaket ca. 30€ (Stand 7.2013) kostet. Für Vielfahrer, die häufig routen, eventuell eine Alternative zu Openstreetmap.

Fahrradnavigation mit einem Tablet – die Hardware
Fahrradnavigationmit einem Tablet – die Software
Fahrradnavigation mit einem Tablet – mein Fazit

Gute Fahrt,
Florian

Fahrradnavigation mit einem Tablet – die Hardware *Updated 01/14*

In den letzten Jahren, in denen ich unterschiedlichste Reiseradtouren unternommen habe, fragte ich mich immer wieder, ob ein Fahrradnavigationsgerät eine lohnende Anschaffung wäre. Bei genauerer Betrachtung stellte ich schnell fest, dass mich vor allem Geräte von Garmin ansprachen. Sie versprechen eine robuste und wasserdichte Hardware, einen großen Funktionsumfang und nicht zuletzt eine intelligente, also „fahrradfreundliche“, Navigation, womit ich z. B. die Vermeidung von Hauptstraßen beim Routing verstehe.

Im Laufe der Zeit lieh ich mir passende Geräte und probierte sie aus. Letztlich hielten mich einige Dinge vom Kauf ab. Meine drei Hauptpunkte gegen ein reines Fahrradnavigationsgerät sind …
– der zu hohe Preis, dafür, dass ich das Gerät nur fürs Fahrradfahren benutze,
– die schlechte Bedienung; auf der einen Seite der Menüs, die ich häufig sehr unübersichtlich fand, und auf der anderen Seite des Displays, das je nach Gerät in Sachen Bedienung und Auflösung weit hinter älteren Handys liegt, und
– die teuren Karten, die häufig hinzugekauft werden müssen.

Während ich mit meinen Fahrradkarten Strecken nachfuhr und unterwegs damit hantierte, radelten Fahrer an mir vorbei, die ihr Handy als Navigationsgerät nutzten. Ein berührungsempfindliches Handy kam für mich aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage, aber ein Tablet besaß ich bereits. So kam ich auf die Idee dieses als Navigationsgerät zu benutzen. Ein im wahrsten Sinne des Wortes großer Vorteil schien mir das große Display zum Ablesen der Strecke zu sein. Alle folgenden Angaben sind wohl auch für Handys gültig, die mit Android laufen.
Zu betonen ist noch, dass ich ein Navigationsgerät für mein Trekking- bzw. Reiserad suchte und nicht fürs Rennrad oder Mountainbike.

Alle Informationen wurden von mir nach besten Wissen und Gewissen zusammengetragen.
Dennoch übernehme ich keine Haftung / Verantwortung für die genannten Geräte, Programme, Eigenkonstruktionen etc.

Als Tablet benutze ich das „Sony Xperia Tablet Z„, das über einen GPS-Empfänger verfügt, 10 Zoll groß, bedingt wasserfest und staubgeschützt (laut Hersteller nach IP55/IP57), dünn und leicht ist. Im Alltag benutze ich es vor allem für e-Mails und zum Lesen. Mit seinen Abmessungen passt es quer so gerade eben in die Lenkerhülle von Ortlieb. Allerdings ist die Hülle dann nicht mehr mit dem Klettband zu verschießen. Längs passt es locker hinein, allerdings ist dann nach oben und zur Seite etwas Platz. Ein kleineres Tablet könnte wohl ohne Probleme quer in die Lenkertasche und diese wäre dann auch wieder zu verschließen.
Die größte Gefahr für das Tablet ist das Heraus- bzw. Herunterfallen. Bei meiner bisher „besten“ und praktikabelsten Lösung liegt das Tablet quer in der Schutzhülle und diese wird mit Haushaltsgummis an den vorhandenen Laschen fixiert. Bei Unebenheiten ist die Schutzhülle flexibel, hält das Tablet aber auch fest an der Tasche. Es könnten nun die Gummis reißen oder sich die Schutzhülle von der Tasche lösen. Bisher ist nichts dergleichen passiert und ich halte die Lösung zwar nicht für optimal, aber tauglich. Vielleicht gibt es oder hat jmd. eine bessere Idee. Keine Lösung für mich sind bisher sogenannte Universalhalterungen, die es auch für das Fahrrad gibt. Die von mir gesehenen machten keinen wertigen Eindruck und das Tablet erschien mir sehr ungeschützt (halten die Klammern bei Rucklern?).

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Meine unprofessionelle, aber bisher tauglichste, Konstruktion zur Sicherung des Tablets.


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In der Praxis, ich verwende das Tablet seit Juni 2013, schlug sich mein Tablet gut. Das Display ist groß, die Navigationsansagen sind sehr verständlich und Ruckler und dergleichen haben bisher keinen negativen Einfluss gehabt. Aber: Das Display und die Schutzhülle von Ortlieb spiegeln leider ungemein. Ein anderer Sichtwinkel ist nicht ohne weiteres einzustellen, so dass nur eine entspiegelte Displayfolie Abhilfe schaffen könnte.
Update: Nun habe ich eine entspiegelte Displayschutzfolie ausprobiert und bin davon sehr enttäuscht. Für den Alltagsgebrauch im Freien ist so eine Folie gut, für die Lesbarkeit während einer Fahrradtour hat sie bei mir keine Verbesserung gebracht. Damit bleibt die Hoffnung, dass es in Zukunft mehr Tablets mit mattem und entspiegeltem Display gibt.
Die zweite große Schwachstelle ist der Akku. Dieser hält locker 5-6 Stunden. Muss nach einer Radtour aber wieder aufgeladen werden. Eine Möglichkeit die Akkulaufzeit zu verlängern ist das Ausschalten des Bildschirmes während der Navigation. Bei meinem Programm läuft die Navigation im Hintergrund weiter und auch die Ansagen werden gemacht. Auf diese Weise konnte ich auf übersichtlichen Strecken ohne Probleme fahren. An kritischen Punkten, z. B. in Städten, stellte ich mit einem Tastendruck das Display so lange an, bis der Verlauf wieder übersichtlicher war.

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Aufsicht: Schutzhülle und Tablet spiegeln bei Sonnenschein und das Display ist bei einem ungünstigen Winkel kaum oder gar nicht mehr zu lesen.

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Mit einer entspiegelten Displayschutzfolie wurde die Lesbarkeit der Strecke nicht besser. Und ja, das Tablet auf dem Foto ist an und zeigt eine Karte.

Update: Sicherung des Tablets
Die Gummikonstruktion war gut, aber irgendwann riss dann doch ein Band und ich suchte nach einer besseren Möglichkeit. Aufgefallen ist mir, dass an der Folie noch Platz für ein weiteres Klettband war. Selbstklebendes Klettband bekommt man z. B. im Baumarkt und ist super schnell angebracht. Nun fahre ich mit dieser „neuen“ Sicherungsmöglichkeit und bin damit sehr zufrieden.

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Unter dem schwarzen originalen Klettband ist noch genut Platz, um ein weiteres anzubringen.

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Das Gegenstück des Klettbandes passt genau auf den Boden der Taschenfolie.

Update: Navigation mit einem Handy
Seit wenigen Wochen habe ich die Möglichkeit mit einem Handy zu navigieren. Ich verwende ein htc desire S, das ebenfalls mit Android läuft, und verwende die „yayago X-Style“ Fahrradhalterung. Darin „sitzt“ das Handy sehr sicher und droht nicht herauszufallen. Andere von mir getestete Halterungen hielten nicht so gut oder passten aufgrund des größeren Lenkerdurchmessers nicht. Natürlich kann die Halterung auch am Reiserad angebracht werden.
Negativ fiel mir bisher jedoch auf, dass das Handy einen sehr schwachen Akku hat. Ich habe alle Funktionen, so fern möglich, deaktiviert und komme dennoch nur auf ca. 2,5 Stunden Navigation mit eingeschaltetem Bildschirm.

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Sicherer Halt mit der „yayago X-Style“ Fahrradhalterung.

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In dieser Position ist das Ablesen des Bildschirms auch bei Sonnenschein kein Problem. Die Fahrradhalterung hat ein Kugelgelenk, so dass das Handy sehr variabel verstellt werden kann.

Demnächst erscheint:
Fahrradnavigationmit einem Tablet – die Hardware
Fahrradnavigation mit einem Tablet – die Software
Fahrradnavigation mit einem Tablet – mein Fazit

So long
Florian